
Was ein Onlineshop in der Schweiz kostet
Der Aufbau eines Onlineshops liegt in der Schweiz zwischen CHF 990 und rund CHF 6’900, abhängig von Sortimentsgrösse und Zahlungsanbindung. Entscheidend für die Gesamtrechnung sind aber die Posten, die in Offerten selten stehen: Produktdaten, Wartung und die Gebühr, die bei jeder einzelnen Bestellung abgezogen wird.
- Aufbau ab CHF 990 ohne Zahlungssystem, ab CHF 1’990 mit TWINT, Karte und Rechnung.
- Laufend: Hosting, Servicepaket ab CHF 390 im Jahr, dazu Gebühren pro Bestellung.
- Der grösste unterschätzte Block sind die Produktdaten, nicht die Technik.
Die Zahlen vorweg
Ein kleiner Onlineshop mit bis zu zwanzig Produkten, individuellem Design und eingerichtetem Versand beginnt bei CHF 990. Sollen Zahlungen über TWINT, Kreditkarte, PostFinance oder Rechnung laufen und das Design eigenständig sein, liegt der Aufbau bei CHF 1’990 für bis zu hundert Produkte. Für Sortimente bis 500 Produkte beginnt es bei CHF 3’900, für Shops mit Konfigurator, Schnittstellen oder mehrsprachigem Katalog bei CHF 6’900. Zum Vergleich: eine normale Firmenwebsite ohne Verkauf liegt deutlich darunter, weil Kasse, Zahlung und Versand komplett wegfallen.
Was den Aufbaupreis bestimmt
Vier Grössen erklären fast die ganze Spanne:
- Produkte und Varianten. Zwanzig Artikel in einer Ausführung sind schnell erfasst. Zwanzig Artikel in fünf Grössen und drei Farben ergeben 300 Varianten mit eigenem Preis, Lagerbestand und Bild.
- Zahlarten. TWINT und Kreditkarte sind Standard. Kauf auf Rechnung braucht einen zusätzlichen Anbieter mit Bonitätsprüfung und damit mehr Einrichtung und mehr Testläufe.
- Versandlogik. Ein Pauschalbetrag ist in einer Stunde eingerichtet. Gewichtsstaffeln, Sperrgut, Abholung im Laden und Lieferungen ins Ausland sind je eine eigene Regel, die einzeln getestet werden muss.
- Anbindung an bestehende Systeme. Sobald Bestellungen automatisch in Buchhaltung oder Warenwirtschaft laufen sollen, kommt Schnittstellenarbeit dazu.
Der Posten, der fast immer vergessen geht
Die Technik ist selten das Teure. Teuer sind die Produktdaten. Pro Artikel brauchen Beschreibungstext, freigestelltes Bild, Kategorie, Attribute und Preis erfahrungsgemäss 15 bis 30 Minuten. Bei 200 Artikeln sind das 50 bis 100 Arbeitsstunden. Diese Stunden fallen an, unabhängig davon, wer sie leistet: intern neben dem Tagesgeschäft oder bezahlt bei der Agentur. Wenn in einer Offerte keine Zeile zur Datenübernahme steht, ist der grösste Kostenblock schlicht noch nicht eingerechnet.
Was der Shop jeden Monat kostet
Der Betrieb besteht aus vier Positionen, von denen drei planbar sind:
- Hosting mit Schweizer Standort: rund CHF 15 bis 40 im Monat, je nach Besucherzahl und Datenbankgrösse.
- Domain: CHF 15 bis 25 im Jahr.
- Updates, Backups und Sicherheitspflege: unser Servicepaket beginnt bei CHF 390 im Jahr. Ein Shop ohne Updates wird nach wenigen Monaten zum Risiko, weil gerade Kassen- und Zahlungsmodule laufend Sicherheitspatches erhalten.
- Transaktionsgebühren, die sich nach Ihrem Umsatz richten und deshalb als Einzige mitwachsen.
Transaktionsgebühren an einem Rechenbeispiel
Kartenzahlungen kosten bei den gängigen Anbietern etwa 2 bis 3 Prozent des Bestellwerts plus eine Fixgebühr um 30 Rappen. Bei einem durchschnittlichen Warenkorb von CHF 120 und einem Satz von 2,9 Prozent plus 30 Rappen sind das CHF 3.78 pro Bestellung. Wer 100 Bestellungen im Monat abwickelt, überweist rund CHF 378 an den Zahlungsanbieter, also mehr als für Hosting und Wartung zusammen. Kauf auf Rechnung liegt in der Regel höher, weil das Ausfallrisiko mitbezahlt wird. Diese Gebühr gehört in die Margenrechnung Ihrer Produkte, nicht in die Projektkosten.
Miete oder eigene Installation
Ein gemieteter Shop wie Shopify kostet eine monatliche Grundgebühr im zweistelligen Frankenbereich, dafür übernimmt der Anbieter Updates und Serverpflege. Eine eigene Installation auf Ihrem Hosting hat keine Grundgebühr, verlagert die Pflege aber zu Ihnen oder zur Agentur. Die Entscheidung hängt daran, wie eigenständig der Bestellprozess sein soll: Läuft alles nach Standard, ist Miete günstiger. Sobald ein Konfigurator, eine ERP-Anbindung oder ein ungewöhnlicher Checkout dazukommt, spielt die eigene Installation ihre Freiheit aus.
Woran Sie eine unvollständige Offerte erkennen
Vier Lücken tauchen immer wieder auf:
- Keine Zahl zur Produktmenge. Ohne sie ist der Preis geschätzt, nicht kalkuliert.
- Die Zahlungsanbindung steht als «auf Wunsch» ohne Betrag. Genau dort liegt der grösste Testaufwand.
- Kein Wort zu Hosting und Wartung nach dem Launch.
- Kein Termin für die Datenübernahme. Sie bestimmt den Starttermin, nicht das Design.
Eine belastbare Offerte nennt Produktzahl, Zahlarten, Versandregeln und Folgekosten auf einer Seite. Was dort fehlt, wird während des Projekts nachverhandelt.
Häufige Fragen
Was kostet ein Onlineshop in der Schweiz?
Der Aufbau beginnt bei CHF 990 für einen kleinen Katalog ohne Zahlungssystem. Mit TWINT, Kreditkarte und Rechnung sowie eigenem Design liegt ein Shop bis hundert Produkte ab CHF 1’990, bis 500 Produkte ab CHF 3’900. Grosse Kataloge, Konfiguratoren und Schnittstellen beginnen bei CHF 6’900.
Welche laufenden Kosten hat ein Onlineshop?
Hosting mit Schweizer Standort kostet rund CHF 15 bis 40 im Monat, die Domain CHF 15 bis 25 im Jahr, Updates und Sicherheitspflege ab CHF 390 im Jahr. Dazu kommen Transaktionsgebühren von etwa 2 bis 3 Prozent plus Fixbetrag pro Bestellung, die mit dem Umsatz mitwachsen.
Wie lange dauert es, bis ein Shop online ist?
Ein kleiner Shop bis zehn Produkte ist in sieben bis vierzehn Tagen fertig, ein Shop bis hundert Produkte in zwei bis vier Wochen, grössere Sortimente brauchen vier bis sieben Wochen. Der Termin hängt vor allem daran, wann Produkttexte und Bilder vorliegen.
Was ist unterm Strich günstiger, Shopify oder eine eigene Installation?
Bei einem Standard-Bestellprozess fährt ein gemieteter Shop günstiger, weil Updates und Serverpflege im Abo enthalten sind. Sobald ein Konfigurator, eine Warenwirtschafts-Anbindung oder ein eigener Checkout gefragt ist, lohnt sich die eigene Installation trotz Pflegeaufwand.


